mR im „Süddeutsche Magazin“

Der Brutalismus hat es geschafft, zumindest letzten Freitag bis ins „Süddeutsche Magazin“: Der Hamburger Journalist Till Raether gesteht auf sechs Seiten seine wachsende Liebe zum selbstbewussten Baustil. Denn eigentlich sollte der kantige Kunststein doch die „Städte für alle“ ermöglichen: „Freie Betonareale träumten vom gesellschaftlichen Austausch, schwebende Betonfußwege von kurzen Wegen und frei fließendem Verkehr, gestaffelte Betonbalkone von Ausblicken für alle, Betonfassaden vor Gesamtschulen vom sozialen Aufstieg.“

Kongenial ergänzt wird der Text durch die „Brutalist Berlin“-Fotos von Denis Barthel. Eingeflochten sind Zitate von Oliver Elser von SOSBrutalism à la Pinterest seziert. Der britische Journalist Jonathan Meades bedauert die Skandinavier, die „ein tragischer Mangel an Unsensibilität und ein Exzess an Vernunft“ von brutalistischen Äußerungen abhielten. Und für moderneREGIONAL wird Karin Berkemann zur Frage zitiert, warum der graue Kunststein bei 40plus und 20plus gleichermaßen geliebt wird. Wer neugierig geworden ist, kann das Heft bei der freundlichen Süddeutsche-Zeitung-Redaktion nachbestellen oder nun auch online einsehen.

Kirchbauverein der Moderne

Es ist kein Geheimnis mehr, dass die moderne Kirchenlandschaft von Nordrheinwestfalen internationale Maßstäbe setzt. Nicht nur in ihrer Anzahl, sondern vor allem in ihrer Qualität. Doch leider hat sich auch schon herumgesprochen, dass dieser liturgische wie baukulturelle Wert „im Umbruch“ steht. Die Mitglieder- und Finanzstärke der beiden großen christlichen Konfessionen schwindet, die Bevölkerungsstruktur ganzer Viertel bricht um, Sanierungsmaßnahmen drängen, nicht immer gehen die Interessen von Kirche und Denkmalpflege in eine Richtung … Für immer mehr dieser traditionsreichen Räume müssen daher zusätzliche oder ganz andere Nutzungen gefunden werden.

Für diese große Aufgabe hat sich nun eine neue Initiative zusammengefunden, um auf Landesebene einen Kirchbauverein eigens für die Architekturmoderne zu gründen. Zu diesem Anlass wird zum 20. Februar 2017 zu einem Symposion eingeladen in den „Dialograum Kreuzung an Sankt Helena“ (Bornheimer Straße 130, 53119 Bonn), selbst ein in seiner Nutzung geöffneter Kirchenraum (1960, E. Steffann/N. Rosiny). Es grüßen und diskutieren Fachleute rund um den (rheinischen) Kirchenbau), darunter Oliver Meys, Philipp Stoltz und Karin Berkemann. Um 20 Uhr erfolgt die Gründung des „Kirchbauvereins der Moderne an Rhein und Ruhr“. Die Mitgliedschaft ist für natürliche und institutionelle Mitglieder möglich, der Satzungsentwurf ist erhältlich unter: info@kirchbauverein-moderne.de, 0179/7092046. Die Veranstaltung, unterstützt von StadtBauKultur NRW, bildet eine Kooperation mit dem Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, der Initiative „Kreuzung an Sankt Helena“ und moderneREGIONAL.

Auf der Leipziger „denkmal“-Messe

Baukultur und Denkmalpflege erklären sich nicht immer von selbst, oft ist aktive Vermittlungsarbeit gefragt. Welche Möglichkeiten bieten hier die neuen Medien? Welche Formate sind bereits geübt und erfolgreich? Welche Zielgruppe erreicht man über welchen Kanal am besten und welche neue Methoden eignen sich? Und wie kommt das Ganze am Ende dem Denkmal zugute?

Diese Fragen sollen im Rahmen der Messe „denkmal 2016“ in Leipzig erörtert werden. Der Bund Heimat und Umwelt in Deutschland und das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz veranstaltet dazu einen Workshop: „Neue Wege – Neue Medien. Chancen digitaler Vermittlungswege für Baukultur und Denkmalpflege“ (Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, aber das Platzangebot wird begrenzt sein. Im Anschluss sind Imbiss und Austausch vorgesehen.) am 12. November 2016 von 11 bis 13 Uhr im CL Congress Center Leipzig. Präsentiert und diskutiert werden Praxisbeispiele, Perspektiven und Grenzen der digitalen Baukultur- und Denkmalvermittlung – darunter durch Dr. Karin Berkemannn auch die Arbeit von moderneREGIONAL. Pünktlich zur „denkmal“ erscheint Anfang November bei uns online das Fotospezial „Generation Beton“: Nette Menschen suchten für uns ein Kindheitsfoto vor einem Bau der Moderne heraus – und lichteten sich dort heute noch einmal ab.

 

Bild: privat (Einsendung des moderneREGIONAL-Fotowettbewerb)

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