Crowdfunding gestartet

Wo manche die antiken Stätten fotografierten, suchten andere die Zeichen einer neuen Zeit. Zwischen Aleppo und Alexandria griffen deutsche Reisende im 20. Jahrhundert oft und gerne zur Kamera. Ihre Aufnahmen speichern Erinnerungen, wecken Sehnsüchte und dokumentieren eine Kulturlandschaft an der Schwelle zur Moderne. Für das Buch „Das gelobte Land der Moderne“ (Jovis-Verlag) wurden 50.000 Reisebilder aus 100 Jahren gesichtet – und die 170 schönsten ausgewählt. (1.4.20)

Über ein Crowdfunding können sich Interessierte noch bis zum 28. Mai 2020 beteiligen.

Auf jeden eingezahlten Euro gibt die Aktion „kulturMut 2020“ – eine Initiative der Aventis Foundation, der Crowdfunding-Plattform Startnext und des Kulturfonds Frankfurt RheinMain – nochmal 50 Cent für das Projekt obendrauf (bis max. 5.000 Euro). Wenn das Fundingziel erreicht wird. Crowdfunden lohnt sich jetzt also doppelt (gut: viertel).

Titelmotiv: Gil Hüttenmeister: Gise, Cheops-Pyramide, Juli 1987 (privat)

Virtuelle Ausstellung online

Gustaf Dalman hielt nicht viel von Knipsern. Wenn der deutsche Palästinakundler ab 1899 zwischen Aleppo und Alexandria unterwegs war, ließ er sich Zeit. Er beobachtete, griff zum Notizbuch und zur Kamera: sachlich, stilvoll, immer auf Augenhöhe mit seinem Gegenüber, sei es nun ein Mensch oder ein Klappspaten. Bis zu seinem Tod im Jahr 1941 sammelte Dalman – in der nach ihm benannten Sammlung an der Universität Greifswald – rund 20.000 eigene und fremde Fotografien einer Kulturlandschaft auf dem Sprung zur Moderne.

Dieser europaweit einmalige Bestand wird mit dem Projekt „Das gelobte Land der Moderne“ von der Theologin und Kunsthistorikerin Karin Berkemann, Kustodin der Dalman-Sammlung, erstmals umfassend bildwissenschaftlich ausgewertet – und verglichen mit den Aufnahmen deutscher Reisender ab 1948, nach der Gründung des Staates Israel. Manche suchten hier mit der Kamera das Altertümliche, andere die Zeichen einer neuen Zeit. Quer durch die Jahrzehnte fügen sich die Fotografien heute zur vielschichtigen Topografie einer Region, die drei Weltreligionen und ungezählten Kulturgläubigen als heilig gilt.

Einen ersten Blick auf das Projekt bietet die neue virtuelle Ausstellung, die das Dalman-Institut mit DDB Studio (Deutsche Digitale Bibliothek) umsetzen konnte. Für Sommer 2020 ist die Herausgabe eines gleichnamigen Buchs (Jovis-Verlag) sowie in der Folge eine analoge Ausstellung zum Thema geplant: im Max-Samuel-Haus Rostock sowie im Alfried-Krupp-Wissenschaftskolleg Greifswald. Die virtuelle Ausstellung wurde erstellt vom Gustaf-Dalman-Institut Greifswald mit DDB Studio (Deutsche Digitale Bibliothek). Mit den Partnern Alfried-Krupp-Wissenschaftskolleg Greifswald, Max-Samuel-Haus Rostock und WDR Digit. Mit freundlicher Unterstützung von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, der Sparkasse Vorpommern und der Universität Greifswald. (kb, 24.3.20)

weiter zur virtuellen Ausstellung: https://ausstellungen.deutsche-digitale-bibliothek.de/dalman

Interview zum Projekt

„Drei Fragen, drei Antworten“, Interview geführt durch Hannah Weißbrodt, Universität Greifswald, 24. März 2020

Bald auch in der Märklin-Stadt

Die mR-Wanderausstellung „märklinMODERNE“ zeigt zum ersten Mal, wie modern die vermeintlich spießigen Modelleisenbahner wirklich waren: Im Hobbykeller des Wirtschaftswunders gehörten Flugdach, Glaskuppel und Rasterfassade wie selbstverständlich zum Miniatur-Stadtbild. Jetzt, endlich, kommt die von Daniel Bartetzko und Karin Berkemann kuratierte Ausstellung auch in die Märklin-Stadt, nach Göppingen. Die Vernissage wird am 10. Juli 2019 um 19.30 Uhr im Museum im Storchen (Wühlestraße 36) begangen. Anschließend ist märklinMODERNE hier bis zum 27. Oktober 2019 zu sehen.

Geboten wird ein umfangreiches Begleitprogramm: Am 31. Juli können 8- bis 12-Jährige im Ferienprogramm unter dem Motto „Klein aber fein: Mein Haus im Schuhkarton“ in die Modellbauwelt eintauchen (10.00 bis 12.00 Uhr, Ferienveranstaltung, max. 10 Kinder. Materialkosten 3,– Euro, Anmeldung erforderlich unter 07161/650-9911, museen@goeppingen.de). Ebenso findet am 9. Oktober ein Kurs für 8- bis 12-Jährige statt unter dem Titel „Modellgeschichte(n): Von Bauten und Bausätzen“ (15.00 bis 16.30 Uhr, max. 10 Kinder, Materialkosten 3,– Euro, Anmeldung erforderlich unter 07161/650-9911, museen@goeppingen.de). Öffentliche Führungen durch die Ausstellungen werden angeoboten am 15. und 25. August, am 15. September, am 13. und 27. September jeweils um 15 .00 Uhr. Und als besonderes Bobon wird am 4. August 2019 zum Schloss-Straßen-Fest eine Märklin-Gartenbahn im Museumsgarten aufgebaut (11.00 bis 18.00 Uhr, ganztägig freier Eintritt, Märklin-Gartenbahn im Museumsgarten, Ausstellungsführungen um 13.00 und 15.00 Uhr).

Titelmotiv: märklinMODERNE, Mega-City von Gerald Fuchs (Bild: Moritz Bernoully, 2018)

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