DSD-Kuratorium konstituiert sich

Seit 1985 hat sich die private Initiative „Deutsche Stiftung Denkmalschutz“ der Bewahrung von Kulturdenkmälern verschrieben. Neben der Förderung von Einzelprojekten zählt der bundesweite „Tag des offenen Denkmals“ wohl zu den bekanntesten Projekten der Stiftung. Ihre Arbeit wird unterstützt von zwei Gremien: der wissenschaftlichen Kommission und dem Kuratorium. „Das Kuratorium besteht aus Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst“, so die Definition der DSD über ihr unterstützendes bundesweites Gremium. Die ehrenamtlichen Mitglieder werden auf die Dauer von fünf Jahren bestellt. Karin Berkemann, Theologin und Kunsthistorikerin, zählt zu den neu gewählten Kuratoriumsmitgliedern. (19.1.21)

Zehna, Kirche mit DSD-Plakette (Bild: Niteshift/Klostermönch, CC BY SA 3.0, 2013)

Buch und Ausstellung sind da

2020 stand ganz im Zeichen der verwirklichten Pläne: Das Buch „Das gelobte Land der Moderne“ ist im Spätsommer erschienen, die analoge Ausstellung Rostock konnte eröffnet werden und die digitale Ausstellung zum Thema ging online: Gustaf Dalman hielt nicht viel von Knipsern. Wenn der deutsche Palästinakundler ab 1899 zwischen Aleppo und Alexandria unterwegs war, ließ er sich Zeit. Er beobachtete, griff zum Notizbuch und zur Kamera: sachlich, stilvoll, immer auf Augenhöhe mit seinem Gegenüber, sei es nun ein Mensch oder ein Klappspaten. Bis zu seinem Tod im Jahr 1941 sammelte Dalman in Greifswald rund 20.000 eigene und fremde Fotografien einer Kulturlandschaft auf dem Sprung zur Moderne.

Dieser europaweit einmalige Bestand wird von der Theologin und Kunsthistorikerin Karin Berkemann erstmals umfassend bildwissenschaftlich ausgewertet – und verglichen mit den Aufnahmen deutscher Reisender ab 1948, nach der Gründung des Staates Israel. Manche suchten hier mit der Kamera das Altertümliche, andere die Zeichen einer neuen Zeit. Quer durch die Jahrzehnte fügen sich die Fotografien heute zur vielschichtigen Topografie einer Region, die drei Weltreligionen und ungezählten Kulturgläubigen als heilig gilt. (19.1.21)

Buchvorstellung im Berliner „Bücherbogen“ (Bild: privat)

Zwischen Wien und Jerusalem

Aktuell laden gleich zwei Ausstellungsprojekte zur Reise in die Moderne ein: In Rostock, im dortigen Max-Samuel-Haus, werden unter dem Titel „Das gelobte Land der Moderne“ erstmals die besten 42 Motive aus 50.000 untersuchten Reisefotografien gezeigt. Im Mittelpunkt steht die Region zwischen Aleppo und Alexandria, die Kulturlandschaft Palästina. Das Greifswalder Gustaf-Dalman-Institut, unter Leitung der Kustodin Karin Berkemann, hat dafür Motive aus den eigenen Beständen verglichen mit privaten Aufnahmen aus der Zeit nach 1948, nach der Gründung des Staates Israel. Die analoge Schau, die noch bis zum 13. Oktober 2020 zu sehen ist, wird begleitet durch eine virtuelle Ausstellung.

In Wien zeigt zeitgleich das Hofmobiliendepot (Schloss Schönbrunn) die Ausstellung „märklinMODERNE“, kuratiert vom Online-Magazin moderneREGIONAL (D. Bartetzko/K. Berkemann). Bis zum 23. August werden Miniaturarchitekturen präsentiert, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts für die Modelleisenbahn entstanden. Spielerisch wird anhand von acht ausgewählten Beispielen das Wechselspiel zwischen den großen und kleinen Bauten, zwischen Vorbild und Abbild, erfahrbar. Ergänzt wird die Präsentation durch die Installation „Megacity“ des Modellbauers Gerald Fuchs sowie eine großformatige Modellbahnanlage. (kb, 15.6.20)

Helmut Münzner: Israel, 1969 (Bild: medienarchiv.com)

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